Mit der elektronischen Maut von BIPandGO über Frankreich nach Spanien

Telepeage in Frankreich

Wie so viele fahren wir mit dem Auto in den Urlaub. So ist das eben wenn jemand in der Familie Flugangst hat. Anfangs habe ich mich dagegen gestreubt, das ist nun fünfzehn Jahre her. Jetzt fahre ich sogar gerne mit dem Auto nach Spanien. In den vergangenen Jahren hat der Verkehr aber immer mehr zu genommen. Die Krisen in der Welt lässt die Menschen vermehrt in Europa Urlaub machen. Um der Hitze und dem Verkehr am Tag aus dem Weg zu gehen fahren wir schon viele Jahre über die Nacht. Waren die Autobahnen vor 15 Jahren über weite Strecken Nachts noch fast leer, sind diese heute schon mäßig gefüllt. Je weiter es in den Süden geht desto voller.

Bezahlen an den Mautstationen

An den Mautstationen in Frankreich bezahlten wir anfangs immer bar. Das ging zügig und einfach. Dann aber wurden die Schlangen länger und wir sind auf Kreditkarte umgestiegen und es ging wieder flotter. Jetzt ist es aber oft so das man auch mit einer Kreditkarte keinerlei Vorteile mehr hat. Es ist einfach in der Hauptsaison, spätestens ab Lyon Richtung Spanien, zu voll. Was uns vermehrt aufgefallen ist, das auch nicht-Franzosen durch die Stationen der elektronischen Maut, die mit einem „T“ gekennzeichnet sind, fuhren. Das hat uns neugierig gemacht. Bei unserer Recherche mussten wir erfahren das dieses „liber-T“ System seit 2013, ab der Umstellung der Bankkonten auf das SEPA Verfahren, auch offen für Leute ist die Ihr Bankkonto nicht in Frankreich haben.

Es gibt verschiedene Anbieter, wir haben uns 2015 für „BIP&GO“ entschieden und es bisher nicht bereut. Am Anfang funktionierten die Geräte nur in Frankreich. Zwischenzeitlich kann man seine Geräte umtauschen und fährt jetzt auch in Spanien mit dem gleichen System.

Anmeldung zur elektronische Maut

Die Anmeldung bei BIP&Go war etwas abenteuerlich, da es der Service nicht so drauf hatte mit der Deutschen Sprache. Im Endeffekt hat es aber geklappt. Briefe kamen bisher auch immer in französisch genauso wie Emails. Aber dafür gibt es den Google-Übersetzer. Bei der Anmeldung gibt man seine persönlichen Daten ein und erteilt BIP&GO eine Einzugsermächtigung. Im nächsten Schritt muss der Tarif gewählt werden. Die unten aufgeführten Kosten sind die Grundgebühr zuzüglich der eigentlichen Maut!

  • Es gibt die Pauschale für 15€/Jahr. Diese Variante ist rentabel wenn mindestens einmal im Monat eine Mautstrecke benutzt wird.
  • Dann gibt es den Tarif „A-La-Carte“ da kostet es 1,7€ pro Monat in dem man auf einer Mautstrecke gefahren ist. In den anderen Monaten kostet es nichts.
  • Zum Schluss gibt es noch einen Tarif für Berufsfahrer, dieser gilt aber nur in Frankreich und nicht in Spanien.

Als Urlaubsfahrer habe ich mich für den Tarif „A-LA-Carte“ entschieden. Die beste Lösung für uns. Die Geräte kosten 10€ Aktivierungsgebühr mit einer Halterung.  Jede weitere Halterung kostet 2€. Da muss man gleich überlegen ob man eine Halterung extra bestellt denn der Versand schlägt mit 10€ zu buche. Die Geräte gehören einem nicht und müssen bei einer Kündigung zurück geschickt werden, ansonsten müssen die Sender auch „Badges“ genannt bezahlt werden.

Aktivierung des Badges

Nach Erhalt des Badges muss dieser Aktiviert werden. Dazu muss der  Code auf der Rückseite des Badges auf der Website von Bip&Go eingegeben werden. Dazu gibt es auch eine Mail mit Link. Ist dies geschehen kann der Badge benutzt werden! Ein kleiner Tip: Der Badge kommt in einer dicken Kunststofftüte, diese sollte zum Aufbewahren des Badges benutzt werden. Dann hält die Batterie länger, da die Tüte Funkstrahlen vom Badge abhält und dieser dann nicht ständig aufwacht.

Der Badge wird an der Windschutzscheibe befestigt. In dem Bereich am Rückspiegel der gepunktet ist. Denn in diesem Bereich ist die Scheibe nicht zum Wärmeschutz mit Metall bedampft und lässt Funkwellen rein und raus.

Bip and Go Telepeage
Bip and Go Telepeage mit Halterung und Hülle

Welche Fahrspuren gibt es?

Es gibt eigentlich drei Arten von Spuren für die Elektronische Maut. Alle sind mit dem „T“ gekennzeichnet.

  1. Es gibt extra Fahrspuren die nur für Fahrzeuge mit Badges ist
  2. die Extra Fahrspuren unterscheiden sich:
    • bei den einfachen muss man bis zur Schranke fahren
    • bei anderen wird eine Höchstgeschwindigkeit angezeigt. Meist 30 km/h kann aber auch 50 km/h sein. Mit dieser Geschwindigkeit kann dann die Mautstation durchfahren werden und nicht schneller!
  3. Fahrspuren bei denen neben dem „T“ auch andere Bezahlmöglichkeiten angezeigt sind.

Jetzt steht der Fahrt nichts mehr im Weg! Übrigens  macht der Badge einen kurzen Piepton den „Bip“ bevor die Schranke öffnet.

Telepeage in Frankreich
Telepeage in Frankreich, Fahrspur mit einer Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h

Was ist bei Stau mit Bip&Go ?

Wenn Stau vor der Mautstation ist, relativiert sich der Vorteil mit der elektronischen Maut. Um einen echten Vorteil zu haben muss der Verkehr zumindest flüssig bis knapp zäh flüssig sein. Genauso sollte man sich nicht bei den extra Spuren für die elektronische Maut „anstellen“ wenn noch andere Fahrspuren neben Karte auch elektronische Maut anbieten und frei sind. Dieses seltsame Verhalten habe ich schon öfter beobachtet.

Extra „T“ Spuren außer Betrieb?

Uns ist dieses Jahr passiert das bei der ersten Mautstation beide „T“ Fahrspuren außer Betrieb waren. Alle anderen hatten kein „T“ angeboten. Da es die erste Station war und auch noch eine an der bezahlt werden muss, sind wir dann bei Kartenzahlung eingefahren und kurz bevor ich die Karte einschieben wollte hat der Badge trotzdem funktioniert, muss man wissen, sonst zahlt man aus versehen evtl. doppelt.

Aber Achtung, hat man den Batch einmal zum einfahren auf die Autobahn benutzt, dann muss man bei einer Fehlfunktion ein Ticket ziehen und an der nächsten Mautstation eine Spur mit Personal aufsuchen und Ticket und Batch abgeben. Ist bei mir noch nicht vorgekommen.

 

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